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9. Februar unser Pick Up

 

Ein verlängertes Wochenende, gemütlich in den Bergen, wollten wir anfangs Februar 1999 im Urnerboden verbringen. Bei der Ankunft wurde uns mitgeteilt, dass die Strasse bis am Sonntag geschlossen wird. Dies garantierte uns ein wirklich gemütliches Wochenende, da wir zu dieser Zeit die einzigen Musher auf dem Urnerboden waren. Wir richteten uns zwischen dem Massenlager und dem Feuerwehrgebäude ein.

 

die Kinder auf der Hauptstrasse vor dem Tell
die Hauptstrasse beim Tell

Es begann zu Schneien und zu Stürmen (gucksen). Dabei war es uns nicht immer so wohl im Wohnwagen. Die Decke bewegte sich und der ganze Wohnwagen schaukelte. Draussen konnte man kaum 10 Meter weit sehen, so peitschte einem der Schnee ins Gesicht und die Hauptstrasse versank unter einer gut ein Meter hohen Schneedecke in die man bis zur Hüfte einsank.

 

In unserer Ecke fühlten wir uns jedoch ganz wohl und hatten uns auch dementsprechend eingerichtet. Wir machten Spiele mit den Kindern, spleisten Leinen und hörten zwischendurch Radio.
 
Am Sonntag erlebten wir hautnah einen Lawinenniedergang, welche die Hauptstrasse verschüttete. Die Druckwelle war enorm. Bis heute haben wir dieses Bild nicht vergessen.

unser Stakeout

 

Um uns mit Wasser, Gas und Lebensmittel einzudecken, spannten wir jeweils zwei Hunde vor den Schlitten und bepackten diesen mit leeren Wasserkanistern, leeren Gasflaschen und dem Fäkalienbehälter der Chemotoilette. Und los ging es. Die Kinder versuchten so gut wie möglich, den Schlitten im Gleichgewicht zu halten. Andrea führte die Hunde und ich versuchte den Schlitten am Brushbow immer wieder aus dem Tiefschnee zu heben in den er immer wider eintauchte. Nur etwa 25 Meter waren es bis zur gefrästen Gasse, die ins Dorf führte. Aber wir hatten das Gefühl, Kilometer zurückgelegt zu haben.

 


beim Vorbereiten zum Wasser und Gas holen

 

Da wir den Urnerboden auf beide Seiten wegen Lawinengefahr nicht verlassen durften, wurde es auch schwierig, die Hunde zu bewegen. Wir begannen die Hunde einzeln an die Roll-Leine zu nehmen und liessen sie auf der Hauptstrasse im Tiefschnee auf und ab springen.

Jeden Tag begaben wir uns ins Restaurant Urnerboden, um Neuigkeiten in Erfahrung zu bringen oder am Fernseher die Nachrichten und Bilder zu sehen.

 

Nach drei Tagen ununterbrochenem Schneefall mit Sturmböen, beruhigte sich das Wetter zum ersten mal. Das Ausmass der letzten Tage wurde uns allmählich bewusst. Zwei Meter hohe Schneemauern türmten sich vor unserem Truck. Die tägliche Gymnastik bestand aus Schneeschaufeln, Eiskratzen und Generator freischaufeln. Im Wohnwagen bildete sich mittlerweile vom Kondenswasser eine Zentimeter dicke Eisschicht am Türrahmen, die es jeden Tag mehrmals zu beseitigen gab. An Anfang war es noch einfach, als der Enteiser funktionierte. Aber bei –25° Celsius gefrieren auch diese Dinger ein.


tägliche Fittnes

 

Zwischendurch kamen Leute aus dem Dorf, um nach dem Rechten bei uns zu schauen. Mit Schneeschuhen war dies ja auch kein Problem. Ich bereute es, dass ich mir die Schneeschuhe zu Weihnachten nicht gekauft hatte. Dies war mir eine Lehre. Schneeschuhe gehören heute zu unserer Ausrüstung und sind immer dabei.

Das Wetter spielte wirklich verrückt. Ein Tag schönster Sonnenschein und am nächsten Tag grau, trüb Schneefall und Sturmböen.

 


Herr Walker beim Fräsen am Dienstag

 

Am Mittwoch kam dann die grosse Hoffnung. Mit einem Helikopter sollte die Post und Medikamente eingeflogen werden, was uns veranlasste, Futter zu bestellen. Der Vorrat würde zwar noch für knappe 5 Tage reichen aber wir trauten dem Wetter nicht. Die Strasse sowie der Vorplatz beim Feuerwehrgebäude wurde freigemacht, damit der Helikopter einen Landeplatz hat. Alle warteten gespannt auf das Erscheinen des Helikopters. Doch der Versuch, die Nebeldecke zu durchfliegen blieb erfolglos. Der Anflug wurde abgebrochen. Bei uns im Urnerboden herschte strahlender Sonnenschein.

 


am Mittwoch beim Warten auf den Heli

 

Am Freitag wurde ein neuer Versuch gestartet, mit dem Helikopter den Urnerboden zu erreichen. Gegen Mittag erschien der Helikopter am Himmel und brachte Post, Medikamente und unser Hundefutter.

 


der Heli ist gelandet

 

Mit Hochdruck arbeitete man an der Räumung der Lawinenniedergängen. Mindestens drei waren es, die die Strasse verschütteten. Als das Wetter sich zum Wochenende besserte, wurde die Langlaufläupe präpariert und auf Sonntag sogar ein Trail für uns erstellt.

 


Freischaufeln von PickUp und Wohnwagen

 

Als die Strasse am Montag um 12:00 Uhr für uns provisorisch geöffnet wurde, fuhren wir an Meterhohen Schneewänden vorbei ins Tal. Freigefräst gerade so breit, dass wir mit dem Wohnwagen herunterkamen. Der Anblick, der sich uns bot, war erschreckend.

 


Herr Kägi's Tourenski-Spuren

 

Mit wehmuht schauen wir auf diese Zeit zurück. Nach dem erlebten wurde einem wieder einmal bewusst, wie hilflos wir eigentlich gegen die Natur sind und wie notwendig die gegenseitige Hilfe in dieser Zeit wird. Wir haben viel gelernt und haben neue Freunde gewonnen.

 

 

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last update 20 Sep 2009